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(Alp)traumberuf Blogger - ein kritischer Bericht

Früher wollten die kleinen Mädchen Prinzessin, Model oder Sängerin werden. Heute tönt es aus den Kinderzimmern so: Mami, wenn ich mal gross bin möchte ich Bloggerin/social Influencer/Instagramstar/Youtuberin werden. Kein Wunder. Scheint ja auch mächtig Spass zu machen dieser Beruf. Man wird zu diversen Events eingeladen, ist auf Du und Du mit den VIPs dieser Welt, bekommt allerlei Produkte geschenkt, die man dann gewinnbringend auf den sozialen Kanälen bewerben soll. Kurz ein Foto mit dem Produkt X auf Instagram und Facebook posten, ein paar Hashtags dazu und schon ist man um einige tausend Franken reicher. Dazu kommt, dass man an die schönsten Orte der Welt reisen kann und erst noch alles bezahlt wird. So oder so ähnlich läuft das bei den grossen Fashion und Lifestyle-Bloggern/Influencern wie Xenia Tchoumitcheva (Blog Chicoverdose, 1,2 Mio Follower auf Instagram und über 6 Mio auf Facebook) und Co. Was für ein Leben! Heute Cannes, morgen Sizilien und übermorgen Mailand und dazu noch Geld verdienen. Bloggen kann jeder. Erfolgreich sind aber die Wenigsten.Natürlich kann ich das Ganze nicht aus der Perspektive einer erfolgreichen Bloggerin diskutieren, aber ich kann denken und mir einige Überlegungen dazu machen. So glaube ich , wenn man ein erfolgreicher Blogger werden will, muss man sich bereits eine Fanbase aufgebaut haben. Sei dies über eine Castingshow, eine Misswahl oder sonst über ein TV-Format. Als völlig unbekannte Person wird es wohl ziemlich schwierig sein eine derartige Reichweite zu erlangen, dass renomierte Firmen auf einen aufmerksam werden und man damit Geld verdienen kann. Ausserdem bedeutet dieser Beruf in Wirklichkeit eins: STRESS viel STRESS!Vor ein paar Wochen versuchte ich es auch mal mit Instagram. Ich dachte mir eine Werbequelle mehr kann ja nicht schaden und irgendwas muss ja dieses Instagram haben, dass viele so darauf abfahren. Bereits einen Tag später habe ich das Experiment auch schon wieder beendet und meinen Account gelöscht. Wieso? Ich hatte schlichtweg einfach keinen Bock irgendwelchen Menschen Likes zu geben und sie zu abonnieren, nur in der Hoffnung, dass sie mich dann auch liken und abonnieren. Mir reicht Facebook, alles andere brauche und will ich nicht, schliesslich bin ich schon so viel zu viel im Internet unterwegs. Des Weiteren ist Bloggen eher ein Alptraumberuf weil man kaum Zeit für seine wahren Freunde hat. Eine Beziehung zu führen ist beinahe unmöglich ausser man ist ein Bloggerpaar, das gemeinsame Sache macht. Aber auch das stelle ich mir ziemlich unromantisch und schrecklich vor. Beide starren nur auf ihr Smartphone und sind auf ihren sozialen Plattformen beschäftigt. Die Follower wollen schliesslich ständig mit neuem Content gefüttert und neue Follower müssen angeworben werden. Quasi ein Fulltimejob, bei dem man nie abschalten kann. Schon NICHT-BLOGGER schauen ja viel zu viel bei Facebook und Co vorbei. Sei es aus Gewohnheit oder aus der puren Angst etwas zu verpassen. Ausserdem verbringen Blogger lange Zeit an Flughäfen, da sie meistens nicht bloss mit Handgepäck reisen können. Ein weiterer Negativ-Punkt ist die Oberflächlichkeit. Alles dreht sich nur um das Äusserliche. Perfekter Körper, perfektes Aussehen, perfekte Haare. Aber man darf nicht vergessen, dass vieles mehr Schein als Sein ist. Die meisten Fotos werden dermassen retuschiert und bearbeitet, dass man die meisten Menschen in der Realität wahrscheinlich gar nicht erkennen würde. Zu perfekt dürfen die Bilder dann aber auch nicht sein, schliesslich sollen sich die Follower mit einem identifizieren können.

 

Kurz zusammengefasst:

pro Blog: Events, coole Leute kennen lernen, Geschenke, reisen.

 

contra Blog: praktisch keine Zeit für Familie, Freunde und die Liebe, oft am Flughafen, Stress (immer online sein in social Media, Druck neues zu veröffentlichen, Hektik von einem Ort zum anderen innerhalb kürzester Zeit), Druck perfekt auszusehen, Oberflächlichkeit.

 

zum Schluss hier noch 2 Blogs, die ich wärmstens empfehlen kann:

 

1. Minimalist-Traveller:

Dies ist ein sehr interessanter englisch-sprachiger Reise-Blog mit wunderschönen Bildern diverser Destinationen und vielen nützlichen Tipps rund um die Themen Minimalismus/Reisen/Ernährung.

 

2. More than Blond:

Dieser Blog beinhaltet kurze amüsante Anekdoten und Tipps zu den Sparten Life/Fashion/Beauty/Places/Men/Fun.

 

Fazit:

Jeder Beruf hat so seine Schattenseiten, aber dieser hat definitiv mehr als mir lieb ist. Ich ziehe den Hut vor all denen, die damit erfolgreich sind und sich diesen Stress tagtäglich an tun und ich bin froh, dass ich lediglich eine kleine Hobbybloggerin bin, die schreiben kann was sie will und wann sie will :-)

 

Ps:

In diesem Blog habe ich mich hauptsächlich auf Mode-und Lifestyle Blogger fokussiert, Kochblogger z.B. haben sicher lange nicht diesen Stress. Mich würde es natürlich auch brennend interessieren wie andere Blogger darüber denken. Freue mich auf eure Kommentare :-)

 

Update: Mittlerweile habe ich doch Instagram, jedoch benutze ich es sehr reduziert.

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Kommentare: 1
  • #1

    Catherine (Mittwoch, 24 Januar 2018 19:51)

    Hallo :)

    Der Beitrag ist ja schon etwas älter, aber bin erst heute darauf gestossen.

    Ich teile deine Meinung nur so halb. Obwohl du dich hauptsächlich auf Mode-und Lifestyle Blogger fokussierst, hört es für mich seeehr schattenseitig an, auch wenn einige Aspekte bestimmt auf viele solcher Blogger zutreffen. So finde ich auch deine Pro und Contra Punkte etwas vorurteilhaft…

    Es gibt sooo viele Blogs, die richtig authentisch, sehr tief und herzlich sind, auch/und sogar sehr oft im Lifestylebereich. Sowieso kommt es immer sehr auf den Menschen/Blogger drauf an, wo und wie er seine Prioritäten setzt. Das ist aber in jedem Beruf so und nicht nur bei Bloggern. Von daher könnte jeder andere Beruf genau so ein Albtraum sein. Meinst du nicht auch?

    Alles Liebe, Catherine
    (auch Hobbybloggerin ;))